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| Chronik der Vitodurania 1863-1997 |  |
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Verfasst von Dr. Peter Hauser v/o Star
Ziel der Chronik ist es,
in geraffter Form einen Überblick über die Geschichte
der Vitodurania und deren Traditionen zu vermitteln. Die
Aufzeichnungen gründen auf den Protokollbüchern und den
teilweise längst vergriffenen und deshalb den jüngeren
Mitgliedern nicht mehr leicht zugänglichen Festschriften
zu den früheren Jubiläumsfeiern.
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1. Teil:
Gründungsstadium 1863-1883 2.
Teil: Ruhige Fortentwicklung 1884-1914 3. Teil: Neuere
Zeit 1915-1945 4.
Teil: Neueste Zeit ab 1946
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| 1. Teil:
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Gründungstadium
1863-1883
|
| 1862 |
Reorganisation
des städtischen Gymnasiums und der Industrieschule.
Verlängerung der Schulzeit auf sechseinhalb Jahre. |
| 1863
29. Oktober: |
Sechs
Schüler der 5. Klasse des Gymnasiums gründen den «Gymnasialverein
Winterthur». In 31 Paragraphen bestimmten sie
seinen Zweck und setzten die Grundlinien seiner
Organisation fest. «Wissenschaftliches
Streben und Selbständigkeit im Arbeiten durch belehrende
und unterhaltende Übungen zu fördern und eine nähere
Verbindung der Mitglieder anzuknüpfen»,
war das Ziel des Vereins. Eintrittsberechtigt waren
Schüler «von unbescholtenem Rufe» der drei oberen
Klassen des Gymnasiums. Die Leitung des Vereins oblag
einer Kommission, bestehend aus einem Präses, einem
Aktuar (zugleich Quästor) und einem Ersatzmann. Für die
Deckung der finanziellen Bedürfnisse wurden ein
Eintrittsgeld von Fr. 1.- und ein Monatsgeld von Fr. -.50
erhoben. Der Hauptzweck der Vereinigung, wissenschaftliches
Streben zu fördern, wurde in wöchentlichen
Sitzungen von wenigstens zwei Stunden Dauer gepflegt.
Jede dritte Woche sollte ein Vereinsblatt mit
dichterischen oder humoristischen Arbeiten der Mitglieder
erscheinen. Studentische Attribute fehlten am Anfang
völlig. |
| Die
Gründer waren: |
Jakob
Fischer, von Maur (später v/o Brumm)
Karl Haggenmacher, von Winterthur (später v/o Knirps)
Jakob Keller, von Fischenthal (Vulgo unbekannt)
Adolf Mende, von Oberrieden (später v/o Schwindel)
Jakob Müller, von Wülflingen (erster Präsident,
später v/o Saul)
Georg Wurster, von Winterthur (später v/o Faust) |
| 1863 7.
November: |
Erste Sitzung
zu Hause bei Adolf Mende. Sie wurde mit einer Ansprache
des Präsidenten über den Zweck des Vereins eröffnet.
Sodann wurden die Statuten vorgelesen und einstimmig
angenommen, worauf ein Vortrag von Fischer folgte über
das Thema «Warum ist es gut, dass der Mensch die
Zukunft nicht vorauswisse?» Es folgten einige
Deklamationen wie «Tells Monolog», «Die letzten Zehn
vom vierten Regiment» und "Tells Tod". Nach
einigen Gedichten schloss die erste Sitzung mit einer
eifrig geführten, aber unentschiedenen Disputation über
die Frage, «ob den Tieren die Vernunft abzusprechen
sei». |
| 1863 20.
Dezember: |
Neuer
Vereinsname «Paideia» (griechisch
Erzieherin), weil «der Verein zum Zwecke
habe, zur Belehrung und Bildung seiner Mitglieder
mitzuwirken». Beschluss, rot-weiss-blaue
Farbenbänder anzuschaffen und an den Sitzungen zu tragen
(rot -weiss für Winterthur
und die Eidgenossenschaft, blau für
den Kanton Zürich). Beratung über
Beschaffung von Kommersbüchern, um «künftig die
Sitzungen durch einige Lieder verschönern zu können». |
| 1864 19. Mai: |
Aufnahme von vier weiteren
Mitgliedern aus der nächst unteren Klasse. Einführung
des blau-weiss-blauen Farbenbandes. |
| 1864
2. Juni: |
Wahl des ersten
Cantusmagisters, damals noch «Gesangsdirektor»
genannt. |
| 1864 August: |
Erste und
für die Einführung studentischer Sitten und Gebräuche
wichtige Kontaktnahme mit der bereits 1847 gegründeten
Gymnasia Turicensis in Zürich. |
| 1864 15.
September: |
Anschaffung
von weissen Mützen. Jedes Mitglied erhält einen
Spitznamen (Cerevis, Vulgo). |
| 1864 28.
September: |
Der
erste Zirkel wird entworfen. |
| 1864
5. Oktober: |
Erste "feuchte
Sitzung" (Abendschoppen)
im Restaurant Schlössli an der Neuwiesenstrasse (heute
Restaurant Aubergine). |
| 1864
12. Oktober: |
Einführung
der Devise «litteris et amicitiae» und
Wahl des ersten Quästors als dritter
Chargierter. Erstmals wird in corpore bei der Gymnasia
Turicensis ein Kommers besucht. |
| 1864 WS
1864/65: |
Die
Freundschaft sollte im besonderen durch ausschliesslich
dem Vergnügen gewidmete Anlässe gepflegt werden, wie
Ausflüge in Winterthurs nächste Umgebung und «feuchte
Sitzungen» in irgendeiner passend scheinenden
Wirtschaft, so nach und nach «usu et consuetudine» in
der «Schmiedstube» (Neustadtgasse 4). |
| 1865 11.
Februar: |
Auftrag an
Wilhelm Frei v/o Strubel, «eine Abfassung des
Biercomments zu besorgen». Beschluss, der Scaphusia
(gegründet 1858) brieflich freundschaftliche Beziehungen
vorzuschlagen. |
| 1865 18.
Februar: |
Der von
Strubel (nach einem fremden Muster) abgefasste Biercomment
wird von jedem Mitglied abgeschrieben. |
| 1865
Frühjahr: |
Öffentliche
Aufführung von Benedikts «Langem Israel». |
| 1865 21. Mai:
|
Erstes
Treffen mit der Scaphusia
in Andelfingen. Im gleichen Monat erste Kontakte zur
Gymnasia Bern (gegründet 1840). |
| 1865 Juni: |
Die Paideia
zählt 24 Mitglieder und muss ein eigenes Lokal suchen.
Dieses wird im «Wilden
Mann» beim Obertor gefunden. |
| 1865
Juli: |
Erste
Kneipe der Paideia in der «Krone» Töss. |
| 1865 Sommer: |
Erste
Kontakte zur Thurgovia
(gegründet
1862) und zur Paedagogia Basel (gegründet 1845). |
| 1865 Herbst: |
Die Gründer
verlassen nach bestandener Maturität Schule und Verein. |
| 1865 8.
Oktober: |
Konstituierende
Versammlung des seit 1858 in den Reihen der
Gymnasialvereine Basel, Bern und Zürich diskutierten
«Schweizerischen Gymnasialvereins» in Winterthur mit
folgenden Gründungssektionen: Gymnasia Bern, Paedagogia
Basel, Gymnasia Zürich, Scaphusia, Thurgovia und Paideia
Winterthur. |
| 1865
WS 1865/66: |
Der
Zirkel erhält die heutige Form. Der
Name «Paideia» weicht allmählich der Bezeichnung
«Circulus Vitodurensis». |
| 1866
3. April: |
Nach dem
Vorbild anderer Gymnasialvereine werden blaue
Mützen eingeführt. |
| 1866 12. Februar: |
Erster Bummel nach
Teufen. |
| 1866 7.
April: |
Jakob Bär
v/o Boileau wird zum ersten Fuchsmajor
gewählt. |
| 1866 Sommer: |
Uneinigkeit,
Austritte, erste Krise. Rektorat schreitet gegen die
«überbordende Fidelität» ein. Obligatorische Kneipen
werden verboten. Ohne Bewilligung des Rektorates darf
überhaupt nicht länger als bis nachts elf Uhr gekneipt
werden. Treffen mit den Schwestersektionen haben zu
unterbleiben. |
| 1866 5.
Oktober: |
«In aller
Stille» begeht man in der «Krone» zu Töss das dritte
Stiftungsfest. |
| 1867 Sommer: |
Rückkehr zur
Fidelität. Aus dem Protokoll: «Die erfreuliche Sitte,
nach der Sitzung in corpore in die Kneipe zu gehen, ist,
Gott sei Lob und Dank, ziemlich durchgängig eine fixe
geworden, was um so wünschenswerter ist, als wir sonst
wenig Kneipereien haben und trotz der Anfeindungen von
seiten spiessbürgerlicher Philister einen sehr soliden,
vielleicht nur zu soliden Lebenswandel führen.»
Bevorzugtes Kneiplokal war der «Stiefel» (Marktgasse
57). |
| 1868
12. Januar: |
Erste
Weihnachtskneipe (später Weihnachtskommers genannt)
im Restaurant Sonne. |
| 1868 11.
August: |
Fackelzug
zu Ehren des abtretenden Rektors Geilfus unter Zuziehung
des ganzen Gymnasiums und der Industrieschule. |
| 1868 |
«Stürmischer»
Herbstkommers. Der neue Rektor Dändliker schreitet ein
und droht mit der Auflösung des Vereins. Im WS 1868/69
nur noch fünf Mitglieder. |
| 1869
Sommer: |
Einführung
von Turn- und Fechtstunden. Die 1866 verbotenen
Treffen mit anderen Gymnasialvereinen leben wieder auf. |
| 1870 |
Der
schweizerische Gymnasialverein erregt den Unwillen der
Lehrerkonvente an den meisten Gymnasien. Dem Winterhurer
Gymnasialverein war die Teilnahme an den Zentralfesten
bereits 1866 untersagt worden. Im Herbst 1870 konnte die
Auflösung des Vereins nur durch Akzeptierung folgender
Bedingungen abgewendet werden: Ausschluss unwürdiger
Mitglieder, Abschaffung des Biercomments und Verzicht auf
Kontakte mit anderen Vereinen. |
| 1871
|
Der
Gymnasialverein Winterthur behauptet sich und beschliesst
am 4. Juli auf Vorschlag von Theodor Mende v/o Hiob, sich
inskünftig «Vitodurania» zu nennen. |
| 1871 28.
Oktober: |
Rekonstitution
der vor 1865 gegründeten, aber kurze Zeit nachher
suspendierten «Industria»
mit den Farben grün-weiss-rot an der Industrieschule.
Rege Kontakte mit der Vitodurania. |
| 1871 |
Vom WS
1871/72 an werden in den Sitzungen auch
naturwissenschaftliche und politische Themen behandelt. |
| 1872 |
Die 1869
gegründete Rhetorika St.
Gallen wird Gastsektion im nur noch lose existierenden
schweizerischen Gymnasialverein. |
| 1873 |
Erste
Kontakte zur 1869 in St. Gallen gegründeten Rhetorika. |
| 1873 13.
Oktober: |
10-Jahr-Jubiläum,
das von zahlreichen «Ehrenmitgliedern» und auch von
Lehrern besucht wird. |
| 1873 WS
1873/74: |
Wiedereinführung
obligatorischer Wochenkneipen. |
| 1873 9.
November: |
Einem Lehrer,
dessen «missliebige» Äusserungen über die Vitodurania
den Mitgliedern zu Ohren gekommen waren, wird zusammen
mit der Industria «unter gebührendem Skandal eine
dröhnende Katzenmusik» gebracht. |
| 1874 |
Erneute
Schwierigkeiten mit der Lehrerschaft. Der Rektor verlangt
von Zeit zu Zeit Einsicht in die Statuten und Protokolle.
Die ganze Verbindung tritt dem Gemischten Chor bei. |
| 1875
22. Mai: |
Der von einer
Kommission ausgearbeitete erste eigene
Biercomment wird genehmigt und im Protokollbuch
festgehalten. |
| 1876 |
Im WS 1876/77
werden in den Sitzungen Extempore-Vorträge
eingeführt. |
| 1877 15.
Oktober: |
Die
Schlusskneipe wird erstmals in Form eines feierlichen Kommerses
im Beisein von Lehrern und der Offiziere des
Kadettenkorps durchgeführt. |
| 1878
8. Mai: |
Nach etlichen
Teilrevisionen wird der Biercomment von 1875 erstmals
gedruckt und rückwirkend auf den 1. Mai in Kraft
gesetzt. Gleichzeitig werden die Statuten, welche bisher
jedes Semester überarbeitet wurden, erstmals in
gedruckter Form herausgegeben. |
| 1879 |
«Durch
falsche Gerüchte und Schwätzereien über das
Wirtshauslaufen sowie durch den gedruckten Comment, der
in die Hände des Schulrates gelangt war», drohte erneut
die Aufhebung der Vitodurania. Nachgeben nach aussen
rettete die Verbindung. |
| 1881 11.
Januar: |
Einführung
des Institutes von Leibburschen und Leibfüchsen. |
| 1881 |
Regelmässige
Kontakte zwischen Scaphusia, Rhetorika, Gymnasia
Turicensis und Vitodurania. |
| 1882 |
Der seit
Jahren nur noch lose existierende schweizerische
Gymnasialverein geht endgültig unter. |
| 1882 23.
August: |
Erste
Fahne der Vitodurania, gestiftet von den Besen.
Fahnenweihe in Form eines von Rektor J. J. Welti
angeregten «Ausfluges mit den Damen auf die Mörsburg».
Dieser Anlass erhielt 1884 den Namen «Besenbummel». |
| 1883 10.
Oktober: |
Grosser
Kommers aus Anlass des 20-Jahr-Jubiläums mit Teilnahme
zahlreicher Honoratioren Winterthurs. |

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| 2. Teil:
|
Ruhige
Fortentwicklung 1884-1914
|
| 1884 19.
Januar: |
Erster Ball, «Soiree» genannt,
zusammen mit der Industria im Casino. |
| 1885 Januar: |
Treffen der
Scaphusia, Gymnasia Zürich, Rhetorika und Vitodurania in
Wil. Die Rhetoriker plädieren erfolglos für die
Gründung eines ostschweizerischen Gymnasialvereins, um
den eingeschlafenen schweizerischen Gymnasialverein
wenigstens teilweise zu neuem Leben zu erwecken. |
| 1885 Mai: |
Gründung
einer Alt-Vitodurania in Zürich, die aber trotz einiger
gemeinsamer Kneipen mit der Vitodurania nicht von Bestand
ist. |
| 1888 8./9.
Oktober: |
Festkommers
aus Anlass des 25-Jahr-Jubiläums im Casino mit 240
«Ehrenmitgliedern» (Alte Herren) und Gästen. Von den
Gründern waren Adolf Mende v/o Schwindel und Jakob
Keller anwesend. Am zweiten Festtag Frühschoppen in der
«Sonne» und «an Stelle des
Katerbummels» eine Nachmittagskneipe. |
| 1890 1.
Oktober: |
Die Industria
löst sich wegen zu geringer Mitgliederzahl auf. |
| 1891 SS: |
Aufnahme von
einigen Industrieschülern in die Vitodurania. Beschluss,
dass fortan die Verbindung auch den Schülern der
Industrieschule offenstehen soll. |
| 1892
4. Januar: |
Die
«Sonne»
wird neues Stammlokal der Vitodurania und bleibt
es mit einem kurzen Unterbruch zwischen 1896 und 1898 bis
heute. |
| 1893 |
Öffentliche
Aufführung von Uhlands «Herzog Ernst» im Theatersaal
des Casinos. |
| 1896 Herbst: |
Krise, da nur
noch zwei Mitglieder. Konkurrenz seitens des im WS
1892/93 gegründeten farbentragenden (rot-weiss-rot)
Abstinentenvereins «Humanitas».
Glücklicherweise löste sich der einige Jahre zuvor
entstandene Schülerverein auf und trat zur Vitodurania
über. |
| 1902 12.
Oktober: |
Gründung der
Alt-Vitodurania auf Initiative von Henri
Bernhard v/o Noah, Gen. 1900. |
| 1910 |
Beschaffung des
Vollwichses. |
1912
9.-11. April
|
50-Jahr-Jubiläum
der Vitodurania, das in Anlehnung an das
Jubiläum der Schule ein Jahr zu früh gefeiert wird. Das
Programm gestaltet sich wie folgt: Festspiel und
musikalische Darbietung im Theatersaal des Casinos;
Festakt im Rahmen des Jubiläums in der Stadtkirche; am
Abend Festkommers im Casino, begleitet unter anderem vom
Ad-hoc-Chor der Alt-Vitodurania und Teilen der Konstanzer
Regimentsmusik; am dritten Festtag Frühschoppen im
"Rheinfels" und anschliessend ein Ausflug mit
den Damen im Extrazug nach Turbenthal.
Am Festkommers übergaben die Vertreter der 1890
suspendierten "Industria" ihre Banner und
andere Insignien der Vitoduraner mit der Versicherung,
auf ein Wiederaufleben ihrer Verbindung werde endgültig
verzichtet. |

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| 3. Teil:
|
Neuere Zeit
1915-1945
|
| 1916 |
Die kriegsbedingte,
drastische Erhöhung des Bierpreises von 15 auf 25 Rappen
pro Glas führt dazu, dass vorübergehend auch Wein als
commentmässiger Stoff betrachtet wird. |
| 1917 |
Heftige
Auseinandersetzungen über die Frage, aufwelche Art das
Andenken an die Industria zu pflegen sei
(«Industriekult»). |
| 1917
23. Mai: |
Erste
offizielle Vortanzi
auf dem «Bäumli» als Vorbereitung auf den Besenbummel. |
| 1917 |
Vermehrte
Besinnung der Vitoduraner auf Staat und Eigenart der
Schweizer. Unter anderem werden etliche Lieder deutscher
Herkunft auf die schwarze Liste gesetzt. |
| 1919 |
Gründung der
«Fraternitas» und einer
Schülerinnenverbindung mit dem Namen «Philia». |
| 1919 4. Mai: |
Gymnasium und
Industrieschule werden in einer Volksabstimmung zu
kantonalen Lehranstalten erklärt. |
| 1919 |
Die Thurgovia
stellt das Gesuch, in das seit Jahren faktisch bestehende
Kartell zwischen der Scaphusia, der Rhetorika und der
Vitodurania aufgenommen zu werden. An dem im 15. Juni in
Elgg stattfindenden Kartelltag wird alsdann das
Ostschweizer Viererkartell offiziell gegründet. |
| 1919 4.
Dezember: |
Erster
schriftlich niedergelegter Farbencomment. |
| 1920 |
Die im
Zusammenhang mit dem Übergang des Gymnasiums und der
Industrieschule an den Kanton entstandene Gefahr eines
Farbentragverbots kann dank klugem Vorgehen des
AH-Vorstandes abgewendet werden. |
| 1920 |
Öffentliche
Aufführung von Shakespeares «Julius Caesar» mit den
Aktiven Alfred Werner v/o Piano, Ernst Jung v/o Spitz und
Robert Wehrlin v/o Flitter in den Hauptrollen.
«Durchwegs sehr günstige Kritik, auch in der «Neuen
Zürcher Zeitung.» |
| 1921 25. Juni: |
Erster AH-Nachtschoppen
zusammen mit den Aktiven auf dem «Bäumli». |
| 1925 10.
Oktober: |
Erste
Maturtanzi auf dem «Bäumli». |
| 1926 |
Die Thurgovia
tritt aus dem Kartell aus. |
| 1927 8.
Oktober |
Die
Alt-Vitodurania stiftet aus Anlass ihres 25 jährigen
Bestehens da Aktivitas eine neue Fahne. Das Jubiläum
wurde mit einer grossen Kneipe gefeiert. |
| 1928 27.
Oktober: |
Einweihung
der neuen Kantonsschule «Im Lee». Grosser Fackelzug der
Schülerschaft, sechs berittene Vitoduraner im Vollwichs
voraus. Die Alt-Vitodurania schenkt der Schule eine
Bronzefigur des Bildhauers Otto Kappeler. |
| 1933 21.
Dezember: |
Der
Besenabendschoppen wird erstmals als eigenständiges Fest
durchgeführt. |
| 1934 |
Erstmals in
der Geschichte der Vitodurania keine Generation, weil im
Vereinsjahr 1932/ 33 keine Füchse aufgenommen wurden.
Alte Herren übernehmen die Chargen. |
| 1935 |
Der Antrag
der Scaphusia, die Thurgovia wieder in das Kartell
aufzunehmen und überdies der Argovia Aarau den Beitritt
zu ermöglichen, wird abgelehnt. |
| 1938 25./26.
Juni: |
75-Jahr-Jubiläum
der Vitodurania. Eröffnung mit einem inoffiziellen
Frühschoppen im Casino. Am späteren Samstagnachmittag
Festakt, musikalisch umrahmt vom Winterthurer
Streichquartett. Festspiel «Mörsburg-Zauber». Abends
Fackelzug, an der Spitze die Chargierten zu Pferd; die
Knabenmusik sorgte für den nötigen Marschtakt.
Anschliessend Festkommers im Casino. Am Sonntag
Frühschoppen auf der Mörsburg (Eintreffen der ersten
Zecher bereits morgens sieben Uhr), nachmittags Bankett
mit Tafelmusik im Hotel Wartmann. Erstes eigenes
Liederbuch. Neue Fahne. |
| 1939 |
Der Zweite
Weltkrieg unterbricht den Verbindungsbetrieb nicht. Mit
Ausnahme des Balles werden alle traditionellen Anlässe,
wenn auch in bescheidenerem Rahmen, durchgeführt. |

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4. Teil:
|
Neueste Zeit ab 1946
|
| 1946 |
Das Restaurant Schlosshalde auf
der Mörsburg wird zweites Stammlokal der Vitodurania. Der AH-Verband stiftet
einen Stammtisch und Stabellen. |
| 1946 |
Im Sommer wird die Aktivitas ihrer
beiden einzigen Burschen beraubt. Drei Alte Herren springen ein. Krise. |
| 1946 19. Mai: |
Am Kartelltag zu Elgg wird die
Thurgovia wieder in das Kartell aufgenommen. Neue Kartellstatuten. |
| 1947 |
«Weiche Welle»: Die Farben sind
nur noch am Donnerstag zu tragen. |
| 1948 |
Unstimmigkeiten zwischen Aktivitas
und Alt-Vitodurania als Nachwehen der Krise von 1946. |
| 1948 |
Statt eines Balles führt die Aktivitas
in diesem und den beiden nächsten Jahren eine Fasnachtstanzi durch. |
| 1951 |
Die Aktiven kehren zur Balltradition
zurück. |
| 1952 21. Juni: |
50-Jahr-Jubiläum der Alt-Vitodurania.
Begrüssungsschoppen im Garten des «Rheinfels». Nachmittagsschoppen auf der
Mörsburg. Am Abend Festbankett und Festkommers im Casino. Am Sonntag Frühschoppen
in der «Sonne», um - wie es im Jahresbericht heisst - «das vergangene Fest
zu besprechen, den Nachdurst zu löschen und endgültig Abschied zu nehmen
vom 50-Jahr-Jubiläum». |
| 1953 7. März: |
Erster gemeinsamer Ball der Alt-Vitodurania
und der Aktivitas im Casino auf Initiative von AH Dr. Emil Sutter v/o Fagott,
Generation 1933. |
| 1959 |
Commentrevision nach Vorschlägen einer Kommission
der Alt-Vitodurania. 3 dl Bier kosten 40 Rappen. |
| 1962 |
Bezug der Kantonsschule «Rychenberg».
Offizielle Einweihung erst 1963. |
| 1963 14.-17. Juni: |
100-Jahr-Jubiläum der Vitodurania
mit folgendem Programm: Am Freitag Festball im Casino. Samstag Festakt und
Festspiel im Stadtbaus; Fackelzug und Kommers. Am Sonntag Frühschoppen auf
der Mörsburg. Montag Katerbummel auf den Eschenberg. Gediegene und in ihrer
Art unnachahmliche Festschrift von AH Dr. Karl Mietlich v/o Strubel, Generation
1924. |
| 1965 |
Keine Füchse. Beginn einer längeren
und auch andere Verbindungen treffenden Nachwuchskrise. Dank des Einsatzes
junger Alter Herren, welche Chargen übernehmen, bleibt jedoch der Vitodurania
die Suspendierung erspart. |
| 1967 |
Angliederung der Handelsschule
an die Kantonsschule. Die GV der Alt-Vitodurania beschliesst einstimmig,
auch Handelsschülern der Maturitäts- und Diplomabteilung solle der Eintritt
in die Vitodurania möglich sein. |
| 1970 |
Eine vom AH-Vorstand eingesetzte
Kommission schlägt Reformen vor. Statuten, Bier und Farbencomment werden
darauf behutsam revidiert. |
| 1970 |
Der Weihnachtskommers, der an
Anziehungskraft eingebüsst hatte, wird durch Einführung der Bierfamiliennachtessen,
die vor dem Kommers stattfinden, erfolgreich neu belebt. |
| 1971 |
Die Krise ist überwunden: 12 Füchse
werden getauft. Die Aktivitas bezieht an der Technikumstrasse 72 neben dem
Restaurant Paradies ein gemietetes Sitzungslokal mit dem Namen «Diogenes». |
| 1974 |
Ausschluss der Rhetorika aus dem
Kartell, weil sich diese nicht an den Comment gehalten haben soll. |
| 1977 |
Das Lokal «Diogenes»
muss geräumt werden, weil die Liegenschaft verkauft und umgestaltet wird. |
1977
23.-25. September: |
75-Jahr-Jubiläum der Alt-Vitodurania
wird erstmals in grösserem Rahmen gefeiert. Festball im Casino, am Samstag
Festakt im Stadthaus, Fackelzug und Kommers. Ausklang am Sonntag mit einem
Frühschoppen in einem Zelt auf der Mörsburgwiese. Einführung des Vito-Pullovers.
Neue Fahne. |
| 1978 18. Mai: |
Bezug des Kellerlokals «Diogenes»
in der Liegenschaft von AH Santiago Schuppisser v/o Quick an der Technikumstrasse
38. |
| 1978 |
Am Weihnachtskommers stiftete
AH-Präsident Dr. Hans Frei v/o Mutz eine prächtige Zinnkanne für den «Vitoduraner
des Jahres». Erster Preisträger des jährlich verliehenen blau-weiss-blauen
Verdienstordens wurde AH Marcel Chenevard v/o Knopp. |
| 1979 |
Neuauflage des Kantusprügels.
Wiederaufnahme der Rhetorika in das Kartell. |
| 1981 |
Totalrevision von Statuten, Bier-
und Farbencomment in Zusammenarbeit mit dem AH- Vorstand. |
| 1981 15. August: |
Beginn des Umbaues des Restaurants
Sonne. Verlegung des Stammes in das Restaurant Paradies. |
| 1981 31. Oktober: |
Neue Statuten der Alt-Vitodurania.
Einführung des Status des «ständigen Gastes». |
| 1982 4. November: |
Die Wiedereröffnung der «Sonne»
wird mit einer grossen Kneipe gefeiert. |
| 1984 |
Auf Initiative der Vitodurania
treffen sich erstmals die AH-Vorstände der Kartellverbindungen zum gemütlichen
Gedankenaustausch in der Kartause Ittingen. |
| 1986 |
Der wöchentliche Stamm der Aktivitas
wird von Donnerstag auf Dienstag verlegt. |
1988
8.-12. September: |
125-Jahr-Jubiläum der
Vitodurania. Eröffnungsstamm am Donnerstag in der «Sonne». Ball
am Freitag in der alten Reithalle Teuchelweiher. Samstag Festspiel in der
Aula Rychenberg, Festakt im Stadthaus, begleitet vom Ad-hoc-Chor der Vitodurania;
Fackelzug, Festkommers in der alten Reithalle. Am Sonntag Frühschoppen auf
der Mörsburg. Katerbummel am Montag zum «Bruderhaus». |
| 1988 29. Oktober: |
Geburtstagsfeier mit einer Metzgete
im Restaurant Wilden Mann am Obertor, dem ersten Lokal der Vitodurania. |
| 1989 16. Dezember |
AH Peter Sutter v/o Boy, Vitoduraner
des Jahres 1989, übernimmt die Bierkosten des Weihnachtskommerses. Damit
beginnt das "Kommers-Sponsoring" als neuer Brauch. |
| 1992 11. April |
Erster "Backel-Wackel" im Raum Cham,
organisiert von AH Andrea von Planta v/o Bonz, Gen. 1951, welche beim Stiftungskommers
1991 allen Aktiven einen Backel mit Silberknauf geschenkt hatte. |
| 1992 24. Oktober |
Erstmals findet die GV der Alt-Vitodurania
im Personalrestaurant der Brauerei Haldengut auf deren Kosten statt. |
| 1993 Dezember |
Die Brauerei Haldengut wird vom Heineken-Konzern
übernommen. Weiterhin Gastrecht der Alt-Vito für die GV. |
| 1993 23. Juni |
Einweihung des Neubaues der Kantonsschule Büelrain |
| 1994 September |
Das 125-jährige Jubiläum der Rhetorika ist
zugleich das 75-jährige Jubiläum des Kartells. |
| 1995 Mai |
Der Stamm wird von der Gaststube
in das Säli der "Sonne" verlegt. |
| 1996 4.Juli |
Frau Maria Stiefel-Bühler, Gattin von AH Dr.
Ernst Stiefel v/o Ramses, wird im Rahmen der Kneipe "125 Jahre Name
Vitodurania" in Würdigung ihrer Verdienste um die Betreuung des Vereinslokales
"Diogenes" zum Ehrenmitglied der Vitodurania ernannt. |
| 1996 |
Ein Becher Bier kostet in der
"Sonne" Fr. 3.40 und die Flasche Fr. 4.90 |
| 1996 |
keine Füxe |
| 1996 26. Oktober |
Die GV ernennt AH Dr.
Peter Hauser v/o Star, der während 26 Jahren dem AH-Vorstand, davon
10 Jahre als Präsident, angehörte zum Ehrenpräsidenten der Alt-Vitodurania. |
| 1997 Januar |
Der Stamm findet nicht mehr am Dienstag-, sondern
am Freitagabend statt. Die Aktiven erhoffen sich von dieser Massnahme eine
grössere Präsenz der AH beim Stamm. |
| 1997 1. Juni |
Jüngere AH gründen zwecks Belebung
des auch für die Spefuchsenwerbung wichtigen Stammbetriebes die "Gesellschaft
zur Kyburg Vitoduraniae", kurz "GzKV" genannt. |
| 1997 1. November |
Die Vitodurania ist auf dem Internet
unter der Adresse www.vitodurania.ch
präsent |
| 1999 17. Mai |
Die Altherrenschaft gründet
den Verein VITO-HAUS ZUR SONNE mit dem Zweck, das Restaurant "Zur Sonne"
an der Marktgasse 13-15, welches schon seit 1882 Stammlokal der Vitodurania
ist, zu kaufen und zu verwalten. |
| 1999 1. Dezember |
Der Verein VITO-HAUS ZUR SONNE
wird Eigentümer des Restaurants "Zur Sonne" |
| | Autor: Dr. Peter Hauser v/o Star |
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